Martina Erhard, BNN vom Donnerstag, 27. Oktober 2016, Ausgabe Nr. 250 - Seite 22

"Heller - Schöner - Wärmer", so lautet das Motto für die Innenraumsanierung der Lutherkirche, mit der im kommenden Jahr gleich nach Ostern begonnen werden soll und die sich etwa 15 Monate hinziehen wird. "Wir gehen schon jetzt mit dem  Thema an die Öffentlichkeit, weil nächste Woche mit der Eröffnung des Reformations-Jubiläumsjahrs unsere Fundraising-Aktion beginnt", erklärt Pfarrerin Ulrike Krumm. "Natürlich haben wir uns überlegt, ob man gerade im Lutherjahr die Lutherkirche für Sanierungsarbeiten schließen soll, aber Reformation bedeutet Erneuerung", meint sie.

Die drei Begriffe des Mottos umreißen die Hauptaufgaben der anstehenden Sanierung: "Zunächst einmal sollen die starken Verschmutzungen der Raumschalen entfernt werden", berichtet Thomas Halder vom Büro für Baukonstruktionen. "Wir setzen bewusst keine neue Farbe ein, um die Harmonie mit den Jugendstilornamenten nicht zu stören." Ein weiterer großer Bereich der Sanierungsarbeiten betrifft die technischen Anlagen. Es müssen nicht nur Heizung und Elektrik erneuert werden, sondern auch die Akustikanlage und die Beleuchtung. "Der Kronleuchter und die Pendelleuchten werden von der Gestaltung her nicht verändert, die Lichtabgabe wird sich jedoch erhöhen", erklärt Halder. "Für die Gemeindemitglieder ist vor allem die Heizung ein großes Problem", wie die Vorsitzende des Ältestenkreises, Dany Gotzmann, berichtet. "Sie ist extrem schwer zu steuern. Meist haben wir erst am Ende der Gottesdienste eine angenehme Raumtemperatur erreicht", meint sie. Eine Verbesserung bringe der Austausch der Heizkörper. Sie sollen durch Bankheizungen ersetzt werden.

Im Rahmen der Sanierungsarbeiten werden unter anderem auch barrierefreie Zugänge zum Kirchenraum und zu den Gemeinderäumen geschaffen, und auch der Zugang zum Turm muss sicherheitstechnisch angepasst werden. "Alle Maßnahmen geschehen in Absprache mit dem Denkmalamt", so Halder. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. "Auf die Gemeinde kommt eine Eigenleistung in Höhe von 15 Prozent zu", erklärt Krumm. Zubehör wie etwa eine neue Akustikanlage muss ohnehin von der Gemeinde finanziert werden. "Wir rechnen mit Gesamtkosten von etwa 350 000 Euro."

Um das Geld zu sammeln, wurde ein Fundraising-Konzept entwickelt, so Frank Bürger, der dafür verantwortlich ist. Als erste Gemeinde in Baden durfte die Luthergemeinde ihr Anliegen bei der Fundraising-Akademie in Frankfurt vorstellen, wo drei Konzepte erarbeitet wurden. "Wir wollen deutschlandweit Stiftungen ansprechen und um Unterstützung bitten", erklärt Bürger. Und natürlich wolle man auch vor Ort eine Großspendenakquise starten. Gemeindemitglieder spendeten schon jetzt über 10 800 Euro. "Sicher wird es nicht leicht, aber unsere Kirche ist mit seinen Jugendstilelementen ein Schatz. Daher sind wir überzeugt, dass wir viele Unterstützer finden."  Da der Kirchenraum rund 15 Monate nicht zur Verfügung stehen wird, wurden einige Ereignisse schon verlegt. Die Konfirmation etwa findet 2017 bereits im März statt. Für den Weihnachtsgottesdienst 2017 steht die katholische Nachbarkirche St. Bernhard zur Verfügung. Ansonsten werden die Gottesdienste hauptsächlich im angrenzenden Gemeindesaal gefeiert.
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Christina Müller, Öffentlichkeitsarbeit, Evangelische Kirche in Karlsruhe

Heller, schöner, wärmer
Innenraumsanierung der Lutherkirche Karlsruhe im Reformationsjahr 2017
Sie soll heller, schöner und wärmer werden, die evangelische Lutherkirche Karlsruhe, am Gottesauer Platz. Ab Ostern 2017 (Mitte April) wird sie deshalb geschlossen und der Innenraum wird saniert. "Das passt zum Reformationsjahr, denn Reformation bedeutet übersetzt Erneuerung und wir wollen unser Kirchengebäude erneuern", erklärte Pfarrerin Ulrike Krumm heute Vormittag beim Pressegespräch. "Die Lutherkirche wurde von 1905 bis 1907 von den berühmten Architekten Curjel & Moser im Jugendstil erbaut und wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt", erklärten Thomas Halder und Karin Veihelmann vom Büro für Baukonstruktionen GmbH in Karlsruhe. Von 1946 bis 1951 sei das Kirchengebäude wieder aufgebaut worden und von 1983 bis 1984 im Innenraum in Anlehnung an die bauzeitliche Fassung restauriert. Folgende Sanierungsmaßnahmen werden durchgeführt. Entfernung der starken Verschmutzungen der Raumschalen, Schaffung von barrierefreien Zugängen zum Kirchenraum und zu den Gemeinderäumen, neue Technik für Heizungs-, Elektro- und Akustikanlage und Beleuchtung, Sicherheit für den Zugang zum Turm, kleinere Reparaturen an den Natursteinfassaden sowie Überarbeitung der südlichen Außenbereiche der Kirche im Anschluss an den Baustellenbereich der S-Bahn. Das betrifft die Gehwegshöhe. Laut den Architekten und Ingenieuren werden die Arbeiten mindestens ein Jahr, voraussichtlich jedoch 15 Monate andauern. Die Gesamtkosten betragen insgesamt 1,5 Millionen Euro. "Wir sind sehr dankbar, dass wir Kapital von der Evangelischen Landeskirche in Baden erhalten, um die Sanierung vornehmen zu können", erklärt die Pfarrerin. Die Landeskirche stellt den Großstadtkirchenbezirken in Baden Kapital zur Verfügung, um Sanierungen an und in Kirchengebäuden vornehmen zu können. Die Pfarrgemeinde muss 15 Prozent der Gesamtkosten selbst aufbringen. "Wir möchten insgesamt 350.000 Euro an Eigenleistung erbringen", erklärt Ulrike Krumm und die Gemeinde tut bereits vieles, um dazu zu verdienen. "Wir verkaufen Wein, Tassen und Taschen, informieren seit über einem Jahr in unserem Gemeindebrief und der Bürgerzeitschrift", sagt Krumm. Engagiert arbeitet hier auch der gegründete Arbeitskreis Fundraising, denkt über Aktionen und das weitere Vorgehen nach. "Wir hatten großes Glück, dass uns von der Fundraising-Akademie in Frankfurt Konzepte für dieses Projekt erstellt wurden", erklärte Frank Bürger, Beauftragter für Fundraising der Evangelischen Kirche in Karlsruhe. "Eines dieser Konzepte werden wir weiter ausarbeiten und anwenden und wichtig bei diesem Projekt sind die Großspenderakquise und wir denken über die Möglichkeit der Gründung einer Stiftung nach", so Bürger.

Die Gemeinde wird also nach Ostern 2017 den Kirchenraum nicht mehr nutzen können und ab dann die Gottesdienste im Gemeindehaus, das direkt an der Kirche angebaut ist, feiern. "Wir haben das in unsere Planungen einbezogen und zum Beispiel die Konfirmation in den Monat März gelegt", machte die Pfarrerin deutlich. Sie seien auch in Kontakt mit der katholischen Nachbargemeinde St. Bernhard. "Das große Glück ist, dass wir so nahe beieinander liegen und wir dürfen Gottesdienste in der Kirche St. Bernhard feiern und für Veranstaltungen den Gemeinderaum nutzen. Und wir werden unser Gemeindefest 2017 ökumenisch feiern und im Sommer auch den Garten nutzen." Dany Jacqueline Gotzmann, Vorsitzende des Ältestenkreises freut sich auch, dass die evangelisch-lutherische Gemeinde in der Kapellenstraße Gastgeberin für die Luthergemeinde ist. "Auch dort werden wir Gottesdienste feiern", sagte sie. Krumm und Gotzmann sind sehr optimistisch, was die Sanierung betrifft. "Wir freuen uns darauf, dass die Kirche heller, schöner und wärmer wird", greifen sie, das Motto, das über der Innenraumsanierung steht, auf.

Und auch auf noch etwas Schönes kann und darf sich die Öffentlichkeit freuen. Am kommenden Sonntag, 30. Oktober, eröffnet die Luthergemeinde mit einer Aktion das Reformationsjahr 2017. "Wir werden an der Lutherfigur an der Vorderseite der Kirche ein Banner aufhängen, das der Reformator in der Hand hält und jeden Monat wird dort ein neues Zitat hängen", sagt Pfarrerin Ulrike Krumm. Die Gemeindeglieder werden dabei Paten für die jeweiligen Sprüche.


Wer die Innenraumsanierung der Lutherkirche unterstützen und spenden möchte, kann auf untenstehendes Konto überweisen. Auf Wunsch wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt.

Evangelische Luthergemeinde Karlsruhe
IBAN: DE65 6605 0101 0009 1951 81
BIC: KARSDE66XXX
Verwendungszweck: Innenraumsanierung Lutherkirche


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