Was geschieht bei einer evangelischen Beerdigung?

Ein Angehöriger ist verstorben und Ihnen ist die Aufgabe zugefallen, die jetzt notwendigen Schritte in die Wege zu leiten. Vielleicht hat der Verstorbene schon zu Lebzeiten Wünsche geäußert oder Dinge in die Wege geleitet, auf die Sie sich jetzt beziehen können. Vielleicht müssen Sie auch alles allein entscheiden.

Eines der ersten Dinge ist, dass ein Termin für die Trauerfeier festgelegt werden muss. Oft wird das im Gespräch mit dem Bestattungsunternehmen geregelt. Sehr recht ist es mir als Pfarrerin aber auch, wenn Sie zuerst bei uns anrufen. Dann können wir schon einmal Termine vorbereitend überlegen.

In jedem Fall führen wir vor der Trauerfeier ein Gespräch miteinander. In der Regel komme ich dafür zu Ihnen nach Hause; Sie können aber auch gerne ins Pfarramt kommen. Wenn Sie sich vorher schon einmal Gedanken darüber machen wollen, was über Ihren verstorbenen Angehörigen gesagt werden soll, ist das eine Hilfe. Vielleicht gibt es auch Bibelsprüche - zum Beispiel den Konfirmationsspruch des oder der Verstorbenen - die sich als Wort für die Predigt eignen. Auch welche Musik gespielt oder welche Lieder gesungen werden sollen, können Sie gerne vorher überlegen.

Die Trauerfeiern finden in der Regel auf dem Karlsruher Hauptfriedhof in der Großen oder Kleinen Kapelle statt. Ich komme aber auch in die Aussegnungshallen der Bestattungsinstitute oder auf Friedhöfe in anderen Karlsruher Stadtteilen. Zuständig bin ich dabei primär für Menschen, die im Gemeindegebiet der Luthergemeinde gewohnt haben.

Am Sonntag nach der Trauerfeier wird in der Regel im Gottesdienst der Verstorbene und seine Angehörigen in die Fürbitte der Gemeinde eingeschlossen. Zu diesem Gottesdienst sind Sie besonders herzlich eingeladen. Am letzten Sonntag im November, dem Ewigkeitssonntag, werden dann die Namen aller Verstorbener vorgelesen. Für jede und jeden wird dann eine Kerze angezündet. Zu diesem Gottesdienst erhalten Sie eine besondere Einladung.

Fragen, Fragen, Fragen ...

  • Gibt es noch die "Aussegnung am Sterbebett"?
    Ja! Wenn Sie möchten und ich als Pfarrerin es zeitlich einrichten kann, komme ich zu Ihnen nach Hause oder ins Krankenhaus bzw. Pflegeheim, so lange Ihr verstorbener Angehöriger noch dort ist. Der Hauptfriedhof eröffnet inzwischen auch die Möglichkeit, in kleinem Kreis in einem der Aufbahrungsräume eine Aussegnungsfeier zu halten.

  • Gibt es auch für eine Urnenbeisetzung kirchliche Begleitung?
    Ja! Wenn nicht direkt im Anschluss an eine Trauerfeier, sondern ca. eine Woche später die Urne beigesetzt wird, kann ich auf Wunsch und je nach meinen zeitlichen Möglichkeiten dazu kommen. Auch wenn gar keine Trauerfeier in der Kapelle stattfindet, kann ich eine kurze Feier am Urnengrab oder an der Urnenwand halten. Das gilt auch, wenn die Urne im anonymen Gräberfeld beigesetzt wird.

  • Wenn der Verstorbene in der Oststadt gewohnt hat, aber zuletzt z.B. in einem auswärtigen Pflegeheim war, wer beerdigt ihn dann?
    Zuständig ist zunächst der Pfarrer oder die Pfarrerin, in dessen bzw. deren Gemeindegebiet das Pflegeheim liegt. Wenn es Ihnen aber ein Anliegen ist, dass ich als Pfarrerin der Oststadt die Trauerfeier halte, versuche ich das gerne möglich zu machen.
  • Mein Verwandter hat außerhalb Karlsruhes gewohnt, soll aber in Karlsruhe beerdigt werden. Wer macht das?
    Auch wenn der Hauptfriedhof auf dem Gemeindegebiet der Oststadt liegt, bin ich zunächst für meine Gemeindemitglieder zuständig. In bin aber in dem genannten Fall schon öfters gefragt worden, ob ich die Beerdigung übernehme, und ich habe versucht es einzurichten.

  • Kann ein aus der Kirche ausgetretener Mensch kirchlich bestattet werden?
    Die Richtlinien unserer Landeskirche überlassen die Antwort auf diese Frage der Gewissensentscheidung des Pfarrers oder der Pfarrerin. Für mich ist dabei wichtig, dass ich mich sowohl den Entscheidungen des Verstorbenen als auch den Wünschen und Bedürfnissen der Angehörigen verpflichtet fühle. Wie beides zusammenhängt, darüber muss in jedem Einzelfall entschieden werden. 

  • Weitere Fragen? Bitte teilen Sie sie mir mit (Tel. 698 345)!  Ihre Pfarrerin Ulrike Krumm

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